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Monoklonale Antikörpertherapie bei Covid-19

5.11.21

Information für Kolleginnen und Kollegen über die neue Therapiemöglichkeit mit monoklonalen Antikörpern in der Praxis Doktores Löw

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt seit September als Vorbeugung gegen eine schwere COVID-19 bei infizierten Risikopatienten die Therapie mit monoklonalen Antikörpern. Es liegen entsprechende Studien vor, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab vom US-Hersteller Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche die Überlebenschancen der Patienten verbessern kann. Patienten, die aufgrund eines schwereren COVID-19-Verlaufs Indikationen zur stationären Behandlung haben, kommt die Therapie nicht in Frage (in diesem Falle kein belegter Nutzen). Diese Patienten sind in gewohnter Weise stationär einzuweisen.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf können unter anderem sein:

  • fortgeschrittenes Alter
  • Adipositas
  • kardiovaskuläre Erkrankungen, einschließlich Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen, einschließlich Asthma
  • Diabetes Mellitus Typ 1 oder 2
  • chronische Nierenerkrankungen, einschließlich Dialysepatienten
  • chronische Lebererkrankungen
  • Immunsuppression, basierend auf der Einschätzung des behandelnden Arztes, z. B. Tumorpatienten, knochenmark- oder organtransplantierte Patienten, Patienten mit Immunschwäche, HIV-Patienten, deren Erkrankung ungenügend kontrolliert ist oder bei Nachweis von AIDS, Patienten mit Sichelzellanämie oder Thalassämie, Patienten mit anhaltender Behandlung mit Immunsuppressiva

Im Rahmen einer Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit stehen Casirivimab/ Imdevimab sowie Bamlanivimab/Etesevimab zur Verfügung.

In jedem Einzelfall muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Der Patient ist über den individuellen Heilversuch sowie über das Risiko für das Auftreten bekannter und darüber hinaus bislang unbekannter unerwünschter Arzneimittelwirkungen aufzuklären.

Die Wirksamkeit von neutralisierenden Antikörpern kann bei neuen, durch Mutationen bedingten Varianten des SARS-CoV2-Virus eingeschränkt sein. Die Auswahl des Präparates (Casirivimab/Imdevimab oder Bamlanivimab/Etesevimab) erfolgt daher unter Berücksichtigung der aktuellen epidemiologischen Situation und der jeweilig vorhandenen Literatur zur Wirksamkeit der Antikörperkombinationen.

Die Therapie mit monoklonalen Antikörpern sollte möglichst frühzeitig, d.h. ≤ 3 Tage nach einem positivem PCR-Test und maximal innerhalb von 10 Tagen nach Symptombeginn begonnen werden.

Die Therapie wird bevorzugt ambulant zu den üblichen Praxiszeiten in unserer Praxis oder per Hausbesuch in einer pandemisch betroffenen Einrichtung durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts unter dem Stichwort "monoklonale Antikörper".

Sollten Sie als Hausärztin bzw. Hausarzt für einen Patienten aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Umgebung eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern erwägen, bitten wir um folgende Unterlagen und Informationen per Fax:

Bitte beachten Sie, dass nur vollständig ausgefüllte Anfragen bearbeitet werden können. Wir müssen in jedem Einzelfall die individuelle Indikation sowie die Verfügbarkeit des Medikaments prüfen. Wir werden Sie per Fax kontaktieren, ob der Patient/in für eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern in Frage kommt bzw. wann diese stattfindet.

Die Anfragen beantworten wir in den üblichen Praxiszeiten, ausgenommen sind die benannten Urlaubszeiten. Bei der Bestellung der Antikörper sind wir an die Öffnungszeiten der ausliefernden Apotheke gebunden, die sich mit unseren Praxiszeiten decken. Somit werden wir die Therapie auch nur zu den üblichen Praxiszeiten durchführen.

Außerhalb dieser Zeiten wenden Sie sich bezüglich einer möglichen Antikörpertherapie an die Einrichtungen, die hier genannt werden:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Therapie/Liste_KH.pdf